Realschule im Stiftland
Realschule im Stiftland

Klezmer kann mehr! Jugendliche lernen, dass Instrumente sprechen…

 

Wenn Musik zur Sprache wird

 

Der Vollblutmusiker Helmut Eisel besuchte die Mädchen und Jungen der Realschule im Stiftland und begeisterte sie für seine Art des Musizierens. Er zählt zu den interessantesten Klezmermusikern Europas und wird als die „sprechende Klarinette“ bezeichnet. Wer ihn einmal gehört hat, weiß warum. Klezmer wird als jüdische Musik bezeichnet, meint aber eigentlich viel mehr den Musiker, der Musik zulässt. Alles ist im Fluss. Musik wird zum Medium ähnlich wie unsere Sprache.

Das war allerdings den Jugenlichen noch fremd und so begann der Workshop mit einfachen Rhythmusübungen, denn „Rhythmus ist etwas, was wir schon von Anbeginn kennen – im Mutterleib beginnt der Rhythmus mit dem Herzschlag der Mutter“, so Helmut Eisel. Diese Rhythmusübungen wurden immer weiter ausgebaut, bis ein typischer Freilach entstand. Ein Stil, der in der jüdischen Musik für Lebensfreude steht und oft auf Hochzeiten gespielt wird. Diesen Freilach hat der Musiker extra für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern aus der 8. Klasse komponiert ebenso wie das zweite Stück, den Listen&Move-Blues. Unterstützt wurde er dabei von seiner Assistentin Franka Plößner, die die Jugenlichen an den Boomwhackers und an deren Instrumenten Einsätze zeigte und selbst an ihrer Klarinette mitspielte. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Improvisation – spontanes Musizieren ohne Noten – basierend auf der eigenen Kreativität. Eine Hilfestellung war dabei die Vorstellung von Frage, verstärkter Frage und Antwort in Bezug zur Sprachmelodie, also tatsächlich eine Art Gespräch unter Instrumenten. Das ist für Musiker, die daran gewöhnt sind, mit Noten zu spielen, eine ganz schöne Herausforderung - wurde aber auf wunderbare Weise von den Jugendlichen gelöst.

Das Ergebnis ist beeindruckend.

Dank der Mithilfe vom T1 unter der Anleitung von Philipp Reich ist über das Projekt ein kleiner Videoclip entstanden. Die Jungs des Filmteams haben hierfür zunächst eine Anleitung an der Filmkamera erhalten, wobei sie viel über Belichtung, den goldenen Schnitt, also die Bildkomposition und das Schneiden eines Films lernten. Auch die Aufnahme des Tones stellte eine Herausforderung für die Schüler dar. Beim Cut wurde die Aufnahme daher noch mit Musik unterlegt und durch Texte ergänzt. Beim Schneiden des Filmes wurde den Schülern erst klar, dass in der „Kürze die Würze“ liegt. So entstand ein wunderbarer Kurzfilm, der die Arbeit von „Listen & Move-Express Yourself!“ (jüdische Musik mit Helmut Eisel und Franka Plößner) und dem Besuch von Frau Dorothea Woizechowski-Fried (eine Jüdin zu Besuch – wir berichteten) zeigt.

 

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