Realschule im Stiftland
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Gemeinschaft als Prozess

Mit einem Luftballonwettbewerb endete der Aktionstag „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Realschule im Stiftland. Die bunten Grüße sind in den Himmel aufgestiegen. Ein Kunstwerk im Eingangsbereich erinnert noch an Projekt.

Rektorin Kerstin Janke fasste den Tag zusammen: Die Schüler seien bei dem Film „Schindlers Liste“, bei Begegnungen mit Flüchtlingen aus Äthiopien die derzeit in Tirschenreuth untergebracht sind, bei einem Rollstuhlparcours, bei einer Ausstellung über Bücherverbrennungen und bei Kooperationsspielen immer wieder auf die Begriffe Toleranz und Ausgrenzung sowie Gemeinschaft und Zusammenhalt gestoßen. „Was beuten diese Begriffe im Alltag unserer Schule.“ Nach dem Grundgesetz seien alle Menschen gleich zu behandeln. Was aber passiere, wenn die so Tolerierten direkt in das Lebensumfeld eingreifen, wenn Asylanten in die Nachbarschaft ziehen, wenn die Bushaltestelle vor dem Haus zum Treffpunkt für Obdachlose wird? „Bin ich dann noch uneingeschränkt tolerant? Für den Schulalltag gelte die Frage: „Dürfen wir wegschauen, wenn auch bei mir in der Klasse Unrecht geschieht, einer meiner Mitschüler geärgert wird? Die Antwort: „Nein“, sagte die Rektorin und appellierte an die jungen Leute: „Haltet die Augen auf, macht den Mund auf, wenn ihr Unrecht beobachtet. Darin sollte eure Stärke liegen.“ Das Kunstprojekt zeige, wie aus euren einzelnen Stäben ein Ganzes geworden ist. „Dieses Werk steht symbolisch für Gemeinschaft. Nur darüber werden wir stark.“ Bei der abschließenden Luftballonaktion – unterstützt vom DGB Kreisverband, der Raiffeisenbank im Stiftland und vom Autohaus Enslein-Schönberger – sollten Grüße und Gedanken der Schüler zu Zivilcourage, Integration und Toleranz, die sie auf den anhängenden Karten festgehalten haben, in die Ferne hinausgetragen werden. Das Kunstobjekt zum Projekttag Bambusstäbe unterschiedlicher Stärke, Größe und Farbe sind zusammengefügt. Persönliche Botschaften heften an den Stäben. Gedanklichund materiell soll das Objekt „Verbindungen“ wie auch „Freiräume“ schaffen: Verbindungen die Gemeinschaft wachsen lassen und Freiräume zur persönlichen Entfaltung. Wichtiger als das fertige Werk: Der soziale und kreative Prozess des Erschaffens und des Konstruierens – eben die „Gemeinschaft als Prozess“.

(Quelle: "Der neue Tag")

 

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