Realschule im Stiftland
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Vortrag von Erika Rosenberg

"Ich spreche heute nur von Menschen, nicht von Juden oder von Deutschen. Denn sie waren alle Menschen." Die ersten Worte, welche Erika Rosenberg an ihre jungen Zuhörer richtet, mögen viele überraschen, erzählt sie doch über Oskar Schindler, Fabrikant und NSDAP-Mitglied, der ca. 1200 Juden während des Holocaust das Leben gerettet hat. Und doch wird bereits zu Beginn deutlich, dass die Professorin eine ganz besondere Beziehung zur Familie Schindler gehabt haben muss.

Der Vortrag in der Turnhalle bildete für die Neunt- und Zehntklässer der Realschule im Stiftland den Abschluss einer ereignisreichen und ergreifenden Woche. Bereits am 10.11. hatten die 10. Klassen das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg besucht. Der Aktionstag gegen Intoleranz am 11.11. beinhaltete für beide Jahrgangsstufen einen Filmvortrag von "Schindlers Liste". Im Unterricht wurde dieser nochmals aufgegriffen und analysiert, bevor um 10.30 Uhr Dr. Erika Rosenberg die Schülerinnen und Schüler in der Turnhalle besuchte, um mit ihnen über die Familie Schindler zu sprechen.

In ihrem Vortrag erläuterte die 63-Jährige unter anderem Herkunft und Privatleben der Schindlers, die Gründung der Emaillewarenfabrik in Krakau, die spätere Verlegung nach Brünnlitz, die "Zusammenarbeit" mit dem Lagerkommandanten Amon Goeth und die ständige Gefahr, in der sich das Ehepaar Schindler befand. Denn in ihrer Firma waren auch 1200 jüdische Arbeiter beschäftigt, die nur durch Bestechung wichtiger Funktionäre und gute Beziehungen den Gaskammern von Auschwitz entkamen. Dies alles kostete viel Geld, "26 Millionen Euro wären das heute, ein Vermögen", so Rosenberg.

Als die Rote Armee in Brünnlitz einmarschierte und Oskar und Emilie Schindler am 8. Mai 1945 fliehen mussten, sei ihnen nichts mehr geblieben, alle Mittel waren verbraucht. Als nun verfolgte NSDAP-Mitglieder kamen beide zuerst nach Regensburg, von wo aus sie ein paar Jahre später mit Hilfe einer jüdischen Organisation nach Argentinien auswanderten. 1957 kam Oskar zurück nach Deutschland, Emilie blieb in Argentinien.

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