Realschule im Stiftland
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Kripo informiert an der Realschule im Stiftland über Smartphone-Nutzung

Vergangenen Dienstag informierte Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera von der Kripo Weiden an der Realschule im Stiftland über die Gefahren im Umgang mit modernen Medien. Dabei rückte sie das Smartphone als internetfähiges Handy ins Zentrum ihres Vortrages und appellierte an die Eltern: „Hier geht es um etwas Wichtiges – nämlich unsere Kinder!“.

 

Realschuldirektorin Kerstin Janke betonte in ihren Begrüßungsworten, dass die Beschäftigung mit Medien immer eine von vielen Beschäftigungen sein sollte - darüber hinaus zeitlich begrenzt. Zugleich räumte die Schulleiterin ein, dass wir Erwachsenen in diesem Bereich oftmals weit hinter unseren Kindern zurückliegen und sprach damit so manchem Elternteil aus der Seele.

 

Das Einstiegsalter für ein Smartphone liegt heutzutage etwa bei 10 Jahren. Hier gehe es „vielmehr um das Wollen, als um das Brauchen“ eines internetfähigen Handys, so Kriminalhauptkommissarin Carrera. Dabei fließen seitens der Eltern Gedanken über Sicherheit, Information, Organisation, Identität und aber auch Sozialisation und Übertragung von Verantwortung in die Kaufentscheidung mit ein und untermauern die Bedeutung eines Smartphones in unserer modernen Lebenswelt. Einen Internetzugang außer Haus hält die Kriminalhauptkommissarin jedoch für durchaus problematisch.

Eltern sind gefordert, mit ihrem Kind über die Gefahren zu sprechen, die sich aus einer risikoreichen Nutzung ergeben können. Dies schließt eine Handy-Kontrolle keineswegs aus. Dabei rückte Carrera das gemeinsame Miteinander von Eltern und Kind in den Mittelpunkt ihres Vortrages.  „Das Handy gehört dir zwar, aber wir schauen und kontrollieren miteinander, um dich und uns als Familie zu schützen“, meinte Carrera.

 

Als Fachberaterin für verhaltensorientierte Prävention ist die kompetente Referentin bei der Kripo Weiden tätig. Schwerpunktmäßig arbeitet sie dort in den letzten Jahren im Bereich Medienprävention und stellte ganz klar drei Bereiche heraus, wo unsere Kinder beim Surfen im Netz nicht landen sollten: Gewalt, Pornografie und Extremismus. Hier handle es sich eindeutig um verbotene Inhalte im Internet. Immer wenn Gewalt in menschenverachtender und verharmlosender Darstellung nicht der Dokumentation einer Sachlage diene, greifen entsprechende Paragrafen des Strafgesetzbuches.

 

Den meisten Kindern und Jugendlichen sei außerdem nicht bewusst, dass die Weitergabe von Gewaltdarstellungen oder Pornografie an Minderjährige verboten sei. Dies gelte bereits für eine unaufgeforderte Zusendung. Hier rät Carrera zur Aufklärung im gemeinsamen Gespräch mit dem eigenen Kind. Wichtig sei, das Kind bei schlechten Erfahrungen nicht alleine zu lassen. Wenn es das Gespräch suche, habe es meist vorher schon über Kontakte zu Freunden erfolglos versucht, eine Lösung zu finden. Das Kind nicht zu verurteilen, sondern gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, sei dann das Gebot der Stunde.

 

Einen weiteren Gefahrenbereich stellen Filesharing-Aktivitäten dar. Als Filesharing bezeichnet man Aktivitäten in Internet-Tauschbörsen, bei denen oftmals urheberrechtlich geschützte Dateien, wie bspw. Musik und Audiodateien, Videos, Bilder, aber auch Programme, Bücher oder andere Textdokumente verbreitet, geteilt und getauscht werden. Eltern können haftbar gemacht werden, wenn sie vor Gericht nicht glaubhaft vermitteln können, mit ihren Kindern Präventionsgespräche darüber geführt zu haben. Aber auch bei Kauf und Nutzung von Filmen und Spielen mit Altersbeschränkung stehen Erziehungsberechtigte in der Verantwortung. Der Konsum von Killer- und Onlinespielen im zeitlichen Rahmen von 3 Stunden täglich und 6 Stunden am Wochenende sollte bei Eltern die Warnglocken einer Spiele- oder Onlinesucht läuten lassen. Als erste Anlaufstelle und Hilfeangebot für Erziehungsberechtigte nannte die Kriminalhauptkommissarin hier die Homepage www.computersuchthilfe.info.

 

„Kinder brauchen im Umgang mit modernen Medien Unterstützung. Begrenzen Sie den zeitlichen Umgang mit dem Handy und stellen Sie PC und Laptop nicht ins Kinderzimmer. Hier ist das Kind mit den Gefahren oft stundenlang allein,“ betonte Carrera. Allein Kettenbriefe mit ihren versteckten Drohungen bringen Kinder häufig unter Zugzwang, können verstörende Wirkung erzeugen oder gar Zukunftsängste auslösen. Beim Schießen von Selfies und der Konversation unter Freunden mahnte die Referentin zur „Chatikette“. Cybermobbing ist neben dem Opfer immer auch von Tätern gekennzeichnet. Im Präventionsgespräch lassen sich hier von Elternseite grundlegende Erziehungsfragen wie Moralvorstellungen und ein respektvoller Umgang untereinander klären und einüben. Hilfreiche Internetseiten für Eltern sind hierfür www.klicksafe.dewww.irights.info und www.saferinternet.at/leitfaden .

 

Eine relativ neue Entwicklung im Bereich der modernen Medien stellt der Livestream „YouNow“ dar. Kinder und Jugendliche zeigen sich und ihr Leben in den eigenen vier Wänden in Echtzeit der ganzen Welt – mit ungeahnten Folgen, wie beispielsweise Verletzungen gegen das Urheberrecht aufgrund abgespielter Musik im Hintergrund. Auch die elterliche Schimpftirade über das unaufgeräumte Zimmer landet so ungewollt als Livestream im World Wide Web.

 

Verantwortungsbewusste Eltern sollte interessieren, welche Gefahren ein Smartphone mit sich bringen kann und wie sie ihr Kind davor schützen können.  Dazu gehört auch das Aufstellen und Einhalten von Regeln, wie z.B. „während der Mahlzeiten benutzen wir kein Handy“ oder „nachts liegen alle unsere Handys ausgeschaltet im Wohnzimmer“, so Carrera. Zudem könne man sich den Wissensvorsprung der eigenen Kinder zunutze machen, indem man sich für die Welt der Jugendlichen interessiere, mal zusammen ein Computerspiel spiele oder sich vom eigenen Kind zwischendurch etwas erklären lasse. „Nutzen Sie deren Wissen als Fachmann bzw. Fachfrau! Das stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes und ermöglicht Reifeprozesse. Bleiben Sie in Kontakt!“, forderte die Referentin die anwesenden Eltern auf.

 

Der Elternbeirat der Realschule im Stiftland als Organisator der Veranstaltung sowie ein Vertreter der Mittelschule Mitterteich bedankten sich abschließend für den informativen und kurzweiligen Vortrag. Im Anschluss daran plante die Knabenrealschule als Referenzschule für Medienbildung zusammen mit der Referentin noch für dieses Schuljahr Schulungen zur Medienkompetenz für die 8.Klassen.

 

 

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