Die Fachschaft Religion hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Schüler für den weltweiten Hunger zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, konkret etwas daran zu verändern. Den Schülern ist dadurch auch bewusst geworden, dass sie mit ihren Lebensmitteln achtsamer umgehen wollen und zufriedener sein können. „Was ich wegwerfe, weil es mir nicht schmeckt, hätten die Kinder dort gerne gegessen“, war eine Erkenntnis eines Fünftklässlers.

Neben der Unterstützung der Hilfsorganisationen im Landkreis ermöglichten die Schüler unserer Schule damit mehr als 36 Kindern in 20 armen Ländern der Welt den Schulbesuch mit einer täglichen Schulmahlzeit. Ganz unserem Schulmotto getreu: Im Stiftland verwurzelt, offen für die Welt.

Ein paar Eindrücke davon:

Als 11-Jähriger die Welt ein Stück weit besser machen

Wer denkt, dass man mit 11 Jahren noch ziemlich wenig Einfluss und Verantwortung haben kann, der irrt sich.

Nachdem die Klasse 5a im Religionsunterricht den Film „Child 31“ (Mary´s Meals) angeschaut hatte, in dem es um den quälenden Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben in zahlreichen Ländern unserer Welt wie Malawi, Indien und Syrien geht, spendeten sie großzügig. Immer wieder toppten sie ihre eigenen Spenden, sodass zum Schluss – durch Zufall – die großartige Summe von 111,- € zusammenkam. Das Besondere war, dass es sich um einen einmaligen Aktionszeitraum handelte. Eine Stiftung hatte sich bereit erklärt, das gespendete Geld vom 8.10.-8.12.2021 zu verdoppeln. Somit hatte die Klasse die beeindruckende Summe von 222,- € zur Verfügung gestellt. Ganz konkret: mehr als 12 Kinder ein Jahr lang versorgt! Durch die tägliche Schulmahlzeit retten sie diese Kinder vor dem Verhungern und ermöglichen ihnen die notwendige Bildung, sodass sie dem Teufelskreis der Armut entkommen. Herzlichen Dank, liebe 5b. Ihr seid zu Vorbildern geworden.

Unglaublich großzügig und sehr spontan:

Wie eine Klasse ihre Lehrerin verblüffte

Es war die letzte Religionsstunde für 2021 in der Klasse 6b. Das Thema „Heilige Berge im Christentum“. Ein Schüler spielte mit einem 50 Cent-Stück und warf es zu einem Mitschüler. Die Lehrerin meinte deshalb: „Wenn du so viel Geld hast, dann kannst du es ja auch für hungernde Kinder spenden.“ Bereitwillig legte der Schüler die 50 Cent Münze auf das Pult.

Ein paar weitere Schüler standen auf und sagten: „Wir wollen auch etwas spenden“, kamen nach vorne und legten einzelne Münzen aufs Pult. Weitere Schüler standen auf, brachten 5-, 10- und sogar 20-Euro-Scheine nach vorne. Innerhalb weniger Minuten lagen 70 Euro auf dem Pult. Am Ende der Stunde waren es 120,- € – mit dem Versprechen, in der nächsten Stunde noch mehr Geld mitzubringen.

In der ersten Stunde im neuen Jahr schauten die Schüler dann erst einmal einen Film dazu an, wohin das Geld überhaupt überwiesen werden sollte: Mary´s Meals. Diese Organisation ermöglicht es hungernden Kindern in den ärmsten Nationen der Welt, zum sensationellen Preis von 18,30 € ein komplettes Jahr lang ein warmes Essen an jedem Schultag anzubieten. Die Kinder und Jugendlichen, die sonst zu schwach und auf Nahrungssuche wären, kommen also zuerst einmal, um nicht zu verhungern. Die Kombination aus Essen und Lernen hat körperliche und geistige Vorteile. Sie gehen gerne zur Schule, da sie merken, sie können mit Bildung dem Teufelskreis aus Hunger und Armut in ihrem Leben entkommen.

„Mich hat der Film berührt“, brachte es einer der Sechstklässler auf den Punkt und spendete sein Taschengeld. Die Großzügigkeit war insgesamt so groß, dass am Ende 278,29 € zusammenkamen. 15 Kinder werden deshalb ein Jahr lang nicht hungern müssen und können in die Schule gehen, um gute Voraussetzungen für ihren Lebensweg zu erhalten. Vielen herzlichen Dank, liebe 6b. Ihr seid gr

4 Cent für einen Teller warmes Essen

Es zählt jeder Cent, wenn es darum geht, Hungernden zu helfen. Dank der guten Organisation und Mithilfe unzähliger Ehrenamtlicher bei Mary´s Meals reichen bereits 4 Cent für einen großen Teller warmes Essen aus. So geht der Dank an alle Schüler in den Klassen 5-10, die dazu beigetragen haben, dass insgesamt mehr als 36 Kindern ein Jahr lang geholfen werden kann.

                                                                                                                                  Maria Kraus

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