Realschule im Stiftland
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Computer AG - Not macht erfinderisch

 

Schüler der Knabenrealschule in Waldsassen bauten sich ihre Computer selbst. Der Förderverein überreichte eine großzügige Geldspende.

 

„USB“, „PCI“, „SD‑RAM“, „AGP“, „CAT 5“ usw. sind für die Schüler der AG Computerwerkstatt der Staatl. Realschule für Knaben in Waldsassen schon lange keine „böhmischen Dörfer“ mehr. Diese Arbeitsgemeinschaft wurde zu Beginn des Schuljahres 2005/06 aus der reinen Not heraus ins Leben gerufen.

 

 

Wie alles begann ...

 

Zwei Computerräume waren veraltet und in völlig desolatem Zustand, fielen doch täglich mehrere Rechner und auch andere Hardwarekomponenten aus, die immer wieder zeitaufwändig repariert werden mussten. Trotz ständiger Arbeitseinsätze der AG Computerwerkstatt war ein geregelter Unterrichtsbetrieb in diesen Räumen nicht mehr abzuhalten. In Zeiten leerer Kassen fehlten leider auch an der Realschule für Knaben in Waldsassen auf unbestimmte Zeit die Mittel.

 

Informationsgesellschaft. Aber in unserer heutigen Informationsgesellschaft ist der Computer auch im Klassenzimmer einfach nicht mehr weg zu denken. Fast jeder gute Beruf erfordert die Möglichkeit, einen Computer zu nutzen. Es wird im Internet recherchiert, CAD-Zeichnungen werden angefertigt, es wird programmiert, Datenbanken werden erstellt, Vorträge werden mit Hilfe von Präsentationsprogrammen gehalten, gerechnet wird mit Tabellenkalkulationsprogrammen, Diagramme werden erstellt und nicht zuletzt werden maschinenschriftliche, elektronische Dokumente verfasst und im Layout optisch gestaltet.

 

Wandel an der Realschule. Das alles war an der Staatl. Realschule in Waldsassen bis vor wenigen Wochen nicht mehr – oder nur noch sehr begrenzt möglich. Inzwischen hat sich jedoch in Waldsassen einiges geändert - der Landkreis Tirschenreuth reagierte und es wurden Mittel zur Verfügung gestellt. Trotz allem bestand an der Realschule auch jetzt noch ein enormer Bedarf an Rechnern mit Zubehör – 18 Klassenzimmer sollten nach und nach jeweils mit einem Rechner ausgestattet werden. Als Fernziel galt ein vierter vernetzter Computerraum für fächerübergreifenden Unterricht und für Arbeitsgemeinschaften. Auch hier kam die AG Computerwerkstatt zum Einsatz.

 

Freude über Spenden von verschiedenen Institutionen. Über engagierte Schülereltern konnte die Arbeitsgemeinschaft Kontakt zum Finanzamt Waldsassen herstellen. Die AG erhielt damals schließlich 43 ausgemusterte aber funktionstüchtige Finanzamt-Computer (Celeron 430) geschenkt – allerdings ohne Festplatten und ohne CD‑Laufwerke, mit Grafikkarten zwischen 4 und 8 MB Speicher und Arbeitsspeichermodulen zwischen 64 und 128 MB SD-RAM. Die AG stand jetzt vor ihrer bislang größten Herausforderung – sie musste die fehlenden Teile irgendwie selbst beschaffen – der Schule durften dabei aber keinerlei Kosten entstehen. Neben selbst eingebrachten Computerteilen kam über Schülereltern zu Weihnachten von der Raiffeisenbank eine Geldspende von 350 € für einen Farblaserdrucker, die Firma Pollin Electronic sponserte auf eine Anfrage der AG per e‑mail 4 CD‑Laufwerke. An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank. Leider reagierten andere namhafte Elektronikunternehmen nicht so positiv. Trotz all dieser Spenden blieb die Situation wegen der immer noch sehr vielen fehlenden Hardwareteile für die Realschule weiterhin scheinbar unlösbar.

 

Rektorin Fischer ergriff Initiative. Deshalb ergriff die Rektorin der Realschule, Frau Fischer die Initiative, und nahm Kontakt zum Förderverein der Realschule auf. Der Förderverein erkannte das finanzielle Dilemma und sagte sofort unbürokratische Unterstützung zu.

 

Nach einer Prüfung erhielt die Schule für die fehlende Hardware schließlich einen Betrag in Höhe von 2.615,93 € vom Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn Prof. Dr. Schicker von der Fachhochschule Regensburg, überreicht.

 

Vorteile für die Schüler der Arbeitsgemeinschaft. Auch für die fleißigen Schüler der Arbeitsgemeinschaft – sie investierten wöchentlich in der Regel 4 Unterrichtsstunden am Nachmittag (und bei Bedarf auch einmal mehr) - ergaben sich durch die Arbeit an den Rechnern Vorteile.

 

Da alle Schüler der AG genau wussten, worum es bei der Arbeitsgemeinschaft geht, bedeutete die Arbeit an den Rechnern für sie weit mehr als „Spielerei“. In dieser Arbeitsgemeinschaft werden durch die ständige unerlässliche Zusammenarbeit das Sozialverhalten der Schüler und der Teamgeist gefördert, da der Unterricht nicht auf einzelne Klassen beschränkt ist - der Unterricht findet bis heute auf rein freiwilliger Basis Jahrgangsstufen übergreifend statt. (Klassen 8 ‑ 10)

 

Die Arbeit an den PCs stellt eine echte Bereicherung für die Jugendlichen dar, da die Schüler der AG Computerwerkstatt bereits jetzt einen Teil ihrer möglichen späteren Arbeitswelt „erschnuppern“ können.

 

Das Interesse an der modernen Technologie in den Bereichen Netzwerktechnik, Hardware und Software wird geweckt - durch immer wieder neu auftretende Probleme bildet sich ein reger Wissensaustausch, von dem alle Teilnehmer, Schüler sowie auch der Lehrer der AG profitieren.

H. Peetz: „Durch die Schnelllebigkeit im Bereich der Computertechnologie weiß man nie so genau, was morgen auf einen zu kommt. Da gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.“

 

Die Schüler bekommen auch in einem „lehrplanmäßig weniger vorgesehenen Bereich“ Erfolgserlebnisse, was sich durchaus positiv auf die anderen Unterrichtsfächer auswirken kann. Durch die abwechslungsreiche Arbeit an den Rechnern haben sie die Möglichkeit, experimentell praktisches Computerfachwissen zu erwerben, das weit über den normalen Unterrichtsstoff des neuen Fachs Informationstechnologie hinausgeht – es entwickelt sich mehr und mehr eine hohe technische Fachkompetenz.

 

Die Schüler sind zeitlich stets sehr flexibel und investieren in diese AG viel Freizeit, sie sind hoch motiviert und sehr engagiert bei ihrer neuen Aufgabe. Einige bringen sogar private Gebrauchtteile und ein großes Maß an „Knowhow“ in die Computerwerkstatt mit ein. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihre persönlichen Fähigkeiten darzustellen, und die Schüler erhalten durch die Anerkennung der Schulleitung ein positives Feedback für ihre Leistungen.

 

Probleme zu lösen kann auch Spaß machen - die Schüler betrachten „ihre Computerwerkstatt“ weniger als Pflicht, sondern eher als ein Stück Freiraum in der Schule und als eine Bereicherung für das Schulleben.

 

Die AG Computerwerkstatt der Realschule Waldsassen arbeitet sehr effektiv, und spart somit auch dem Landkreis Tirschenreuth nicht unerhebliche Wartungs- und Reparaturkosten ein.

 

Den teilnehmenden, sehr leistungsbereiten und engagierten Schülern der AG Computerwerkstatt wäre zu wünschen, dass diese Arbeit ein Stück Lebenshilfe für die Zukunft bietet und vielleicht nach der Schulausbildung den Einstieg in das Berufsleben erleichtert – alle Schüler der Arbeitsgemeinschaft wünschen sich nämlich nach der Realschule bzw. nach der Fachoberschule einen „mehr oder weniger technischen“ Computerberuf.

 

Die Arbeitszeiten unserer AG-Computerwerkstatt

 

Die AG Computerwerkstatt setzt sich aus Schülern der Jahrgangsstufen 8 – 10 zusammen und trifft sich momentan einmal wöchentlich und darüber hinaus je nach Bedarf. Der Wochentag richtet sich auch nach den Bedürfnissen der einzelnen Schüler und wird jede Woche gemeinsam von Schülern und Lehrer neu bestimmt. (Schulaufgabentermine, Nachhilfetermine, Vereinstermine etc. werden so gut wie möglich berücksichtigt)

 

Erledigt werden nahezu alle Arbeiten rund um den Computer, die in der Schule so anfallen. Vom simplen Auswechseln leerer Druckerpatronen über die Installation von Hard- und Software, Internetrecherchen nach Bios-updates, neuer Firmware und neuen Gerätetreibern, Erstellung von Images, Wissensaustausch über neue Freeware bis hin zur Vernetzung ganzer IT-Fachräume – all diese Arbeiten kann unsere AG selbst leisten.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen „Helfer“ der AG Computerwerkstatt!

 

Endlich neue Computer

 

Vor der offiziellen Einweihung unserer beiden neuen Computerräume im Februar 2006 lag ein hartes Stück Arbeit

 

Seit Februar 2006 ist unsere Schule wieder mit aktuellen Rechnern ausgestattet. Zur offiziellen Einweihung der beiden Räume war auch Herr Landrat Haberkorn an unserer Schule anwesend und überzeugte sich von der guten Investition des Landkreises.

 

Beide Fachräume wurden von der Firma ProComp hard- und softwareseitig identisch eingerichtet und vernetzt. Pro Unterrichtsraum wurde 1 Lehrer- und 16 Schülerarbeitsplätze mit je einem 17“ TFT‑Bildschirm und 1 Farblaserdrucker installiert.

 

Eigenleistung der Klasse 8c:

Bevor die Firma ProComp mit ihrer Arbeit beginnen konnte brauchten wir im neuen CAD‑Raum erst einmal Tische für die Rechner. Diese durften unsere finanziellen Vorgaben von 1000 € für 17 Arbeitsplätze nicht sprengen. Da wir in diesem Raum auch mit Zeichenplatten arbeiten wollten (Größe: immerhin DIN A3) brauchten wir einigen Platz auf den Tischen. Wir kamen auf die Idee, einfach herkömmliche Küchenarbeitsplatten aus dem Baumarkt zu verwenden. 

Wir verglichen die Preise mehrerer Baumärkte und wurden schließlich bei der Firma Baywa in Tirschenreuth fündig. Edle Kirschbaumoptik zum reduzierten Preis – super. Wir, die Klasse 8 c mit Klassleiter Herrn Peetz machten uns sofort an die Arbeit und zerlegten alte, ausrangierte Schultische mit Metall-Untergestellen, die als Unterlage verwendet werden sollten.

 

Um einen stabilen Stand zu gewährleisten wurden zuerst die Gestelle oben und unten angebohrt und am Boden fest verdübelt. Jetzt konnten die Arbeitsplatten gefahrlos auf die Gestelle montiert werden.

 

Für die Netzwerk- und Stromkabel brachten wir auf der Unterseite der Tische Kabelschächte und Steckdosen an, die anschließend vom Elektriker verklemmt wurden. Zum Schluss bohrten wir große Löcher für die Kabeldurchführung in die Tische und brachten Kantenumleimer auf den Stirnseiten der Tische an.

 

Nach einer größeren Säuberungsaktion und dem Tünchen des Raumes konnten am nächsten Tag die Computer kommen.

 

Die Tischplatten kosteten etwa 950 €, hinzu kamen die Kleinteile für die Elektroinstallation.

 

Neuvernetzung durch die Fa. ProComp:

 

Bei beiden Räumen war eine komplette Neuvernetzung erforderlich, da ein Raum überhaupt nicht vernetzt und die Technik des anderen Netzwerks veraltet und defekt war.

 

Geliefert wurden die Geräte am 08.12.2005. An den Folgetagen wurde die Netzwerkinstallation vorgenommen.

 

 

Eigenleistung der AG Computerwerkstatt:

 

Die Programme wurden von den Schülern der AG Computerwerkstatt unter der Leitung von Fachlehrer Herrn Peetz im Vorfeld auf einem Gerät installiert, anschließend wurde dessen Festplatte von der Firma ProComp auf die 33 anderen Rechner geklont.

 

 

Eigenleistung der AG Computerwerkstatt:

 

Als die ganze Anlage dann nach einigen Startschwierigkeiten mit den Druckertreibern und Printservern (diese gingen auf Kulanz der Firma ProComp) fertig konfiguriert und funktionsfähig war, machten die Schüler der AG Computerwerkstatt von allen Rechnern zum vierten und letzten Mal Backups, mit denen wir im Falle eines Softwareschadens durch Viren aus dem Internet (oder versehentliches Löschen wichtiger Dateien) die Originalkonfiguration der Systemfestplatte jedes einzelnen Rechners jederzeit selbst wieder herstellen können.

 

Auch bei der Kabelverlegung zur Installation des Beamers im oberen Computerraum O10 unterstützten die Schüler der AG Computerwerkstatt unseren Hausmeister, Herrn Sticht, bei der Arbeit.

 

 

Auf keinen Fall zu vergessen:

 

Unsere beiden „guten Seelen des Hauses“, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre:

 

Vielen Dank an unsere damalige Sekretärin, Frau Schaumberger, die alle Informationen koordinierte und das Wort „Angebot“ in nächster Zeit wahrscheinlich nicht mehr so gerne hört, aber trotzdem immer nett blieb und gelassen reagierte, wenn das Telefon zur Pause zum zehnten Mal wegen der neuen Computerräume klingelte oder wenn am Mittag die fünfte Fax-Anfrage wegen irgend einer Computer-Geschichte ankam und der komplette Büroalltag wochen-, ja fast monatelang auf den Kopf gestellt wurde.

 

und ...

Vielen Dank an unseren Hausmeister, Herrn Sticht, der uns bei all unseren Problemen stets fachmännisch und hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stand und unermüdlich mitarbeitete, immer professionell vorausplante, Teile besorgte, uns für die Arbeit an den Computerräumen teilweise sogar sein privates Werkzeug überließ und oft ganze Wochenenden für unsere beiden neuen Computerräume opferte. Und an seine Tochter Tina Altnöder, die uns jederzeit nach besten Kräften unterstützte und mit allen möglichen Utensilien aushalf.

 

und ...

Natürlich vielen herzlichen Dank an die AG Computerwerkstatt und an die Schüler der Klasse 8 c, die an den beiden neuen Computerräumen so gut mitgearbeitet ... und somit dem Landkreis Tirschenreuth und unserer Schule jede Menge Geld eingespart haben. – weiter so!

 

und auch ...

Vielen Dank an alle Kollegen, die die Schüler der Klasse 8c so oft wegen der neuen Computerräume entbehren mussten.

 

 

Test bestanden:

 

Die Rechner wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt intensiv von unseren Schülern getestet und für gut befunden.

 

 

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